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Forschungsschwerpunkte in der Wirtschaftsinformatik


Übersicht





Informationsmanagement und Gestaltung computergestützter Informationssysteme — Objektorientierte und prozessorientierte Gestaltung

Dieser Forschungsbereich verfolgt eine ganzheitliche Sichteweise auf computergestützte Informationssysteme. Die technisch ausgerichtete Perspektive des klassischen Software Engineering wird zu einer arbeitssystemorientierten Perspektive im Rahmen eines umfangreichen Gestaltungsansatzes erweitert. In der Unternehmung setzen menschliche Aufgabenträger Informationstechnologien zur Unterstützung ihrer Informationsverarbeitungsaufgaben und der Kommunikation ein. Demnach sind neben den Informationstechnologien auch Menschen und Aufgaben als Elementararten des computergestützten Informationssystems zu berücksichtigen, die in einer Organisation (Aufbau- und Ablauforganisation) zusammengefasst werden.

Das Aufgabenfeld der Gestaltung computergestützter Informationssysteme umfasst Fragen der Veränderung und/oder des Neuaufbaus computergestützter Informationssysteme. Das Informationsmanagement stellt einen Teilbereich der Gestaltung von computergestützten Informationssystemen dar, der sich auf die Führungsaufgaben der Gestaltung konzentriert und insbesondere strategische Probleme bearbeitet, deren Lösung zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen und zum Aufbau von Erfolgspotenzialen beitragen soll. Die strategische Informationssystemplanung, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der strategischen Unternehmungsplanung zu sehen ist, stellt wiederum einen zentralen Teilbereich des strategischen Informationsmanagements dar. Umfangreiche Gestaltungsaufgaben werden mit Hilfe des Projektmanagements durchgeführt.

Schwerpunkte innerhalb dieses Forschungsbereichs:

  • Gestaltung computergestützter Informationssysteme unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Belange der kooperativen Arbeit (CSCW) und der Groupware
  • Entwicklung eines Ansatzes für ein ganzheitliches, stark betriebswirtschaftlich ausgerichtetes Informationsmanagement (strategisches und operatives Informationsmanagement)
  • Entwicklung eines Ansatzes zur integrierten strategischen Unternehmungs- und Informationssystemplanung im Kontext eines ganzheitlichen Informationsmanagements
  • Gestaltung von CRM-Lösungen (Customer Relationship Management)
  • Informationsmanagement in virtuellen und vernetzten Organisationsformen
  • Entwicklung von Intranet-Lösungen bzw. Client-Server-Architekturen
  • Controlling von IuK-Systemen (IT- bzw. IV-Controlling)

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Managementunterstützungssysteme, Datenbanksysteme, Data Warehouse, Wissensmanagement und Business Intelligence

Neben dem Aspekt der Modellierung und Gestaltung von Datenbanksystemen für operative Zwecke werden hauptsächlich neuere Datenbankanwendungsformen für analytische Zwecke betrachtet, die durch Begriffe wie MIS (Management Information Systeme), EIS (Executive Information Systeme), DSS (Decision Support Systeme) und ESS (Executive Support Systeme) beschrieben werden. Sie verstehen sich als Ausprägungen von Management Support Systemen (MSS). Neue Ansätze stellen Data Warehouse- und OLAP-Konzepte dar.

Entsprechend dem Aufbau eines Data Warehouse werden die Schnittstellen zwischen den als Datenlieferanten fungierenden operativen Vorsystemen untersucht, Aufbau und Performance von Data Warehouse-Datenbanksystemen analysiert, Modellierungstechniken für nachgelagerte analytische Systeme entworfen sowie die mathematischen Grundlagen mehrdimensionaler Modellierungstechniken (Mehrdimensionale Datenbanken) entwickelt.

Ein weiterer Untersuchungsaspekt in diesem Forschungsschwerpunkt liegt im Wissensmanagement (Knowledge Management), das versucht, das in Unternehmungen vorhandene Wissen zu strukturieren, zu verwalten, zielgerecht aufzubereiten und weiterzuleiten, damit das Wissen erfolgreich genutzt werden kann. Hierzu werden von der Informatik neue leistungsfähige Technologien angeboten (z.B. Text Mining-Tools, Knowledge Map-Systeme).

Schwerpunkte innerhalb dieses Forschungsbereichs:

  • On-Line Analytical Processing (OLAP), Data Warehousing
  • Mathematische Fundierung mehrdimensionaler Datenmodelle
  • Modellierung mehrdimensionaler Datenstrukturen
  • Architektur und Gestaltung von Komponenten zur Übernahme und Aufbereitung von Datenbeständen aus operativen Systemen in ein Data Warehouse (ETL-Systeme)
  • Aktuelle Entwicklungen im MSS-Bereich (z.B. Internet und Multimedia)
  • Nutzungsmöglichkeiten des Data Warehouse (Einsatzpotenziale, Wirtschaftlichkeit)
  • Wissensmanagement (Knowledge Management) und Business Intelligence


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Electronic Commerce und E-Business — Gestaltungsansätze und Einsatzmöglichkeiten

Die Anbahnung, Vereinbarung und Realisierung von Transaktionen über elektronische Medien gewinnt zunehmend an praktischer Bedeutung. E-Commerce ist eines der derzeit meist diskutierten Themen mit neuen Aspekten für Wissenschaft und Praxis.

Die allgemeinen Einschätzungen reichen hierbei von „Modewelle“ bis zum Postulat einer „New Economy“, die scheinbar neuen betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Im Sinne einer Angewandten Betriebswirtschaftslehre ist das Aufgreifen aktueller Herausforderungen, die Verallgemeinerung zugrunde liegender Problemstrukturen und das Ableiten möglicher Handlungsempfehlungen Kernaufgabe des Forschungsbereiches E-Commerce. Einzelne, vermeintlich neue Effekte des E-Commerce, wie zum Beispiel die Diffusionsprozesse von „Netzeffekt-Leistungen“ mit der herausragenden Rolle von etablierten Standards, die besondere Problematik der Erstellung und Vermarktung von digitalisierbaren Produkten mit hohen Vorlaufinvestitionen und gegen Null tendierenden Grenzkosten oder die Trennung informeller Koordinationsprozesse und physikalischer Erstellungsprozesse sind der Betriebswirtschaftslehre bereits aus anderen Bereichen bzw. theoretisch bekannt. Es hat aber bisher keine vergleichbar dynamische Phase gegeben, in der derart grundsätzliche Veränderungen so schnell zur herausfordernden Realität für Unternehmungen in traditionellen und neuen Märkten wurden.

Ein Schwerpunkt des Forschungsbereiches E-Commerce liegt in der Verbindung unterschiedlicher Spezialisierungsrichtungen der Betriebswirtschaftslehre in einem interdisziplinären Ansatz. Insbesondere Aspekte der Wirtschaftsinformatik und des Marketing werden in Forschung und Lehre miteinander auf konkrete Problemstellungen integrativ angewendet. Branchenorientiert werden Herausforderungen des E-Commerce analysiert und Lösungsansätze für die Beteiligten erarbeitet. Eine Erweiterung der Aktivitäten auf die Prozesse in der gesamten Unternehmung lässt sich durch das E-Business beschreiben. Bei einer volkswirtschaftlichen Betrachtung sollte der Begriff „New Economy“ besser durch den der „Netzwerk-Ökonomie“ oder der „Internet-Ökonomie“ ersetzt werden.

Dem Anliegen von Unternehmungen nach universitärer Unterstützung bei der Bewältigung der neuen E-Commerce-Herausforderungen wurde durch die Gründung eines Competence Center E-Commerce (CCEC) am Institut für Unternehmungsführung und Unternehmensforschung (IUU) Rechnung getragen (der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik ist Mitglied dieses Instituts). Das CCEC bildet den Rahmen für einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Aktivitäten reichen dabei von der Durchführung praxisorientierter Projekte (z.B. Branchen- oder Erfolgsfaktorenanalysen) bis zum Angebot von Vorträgen und gemeinsamen Workshops (http://www.ccec.ruhr-uni-bochum.de)
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Sicherheit im E-Business und Datenschutz — Sicherheitsmanagement

Die rasante Entwicklung und Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechniken hat zu einem bedeutenden Innovations- und Wachstumsschub in der Industrie und den öffentlichen Verwaltungen geführt. Innerhalb weniger Jahre haben E-Business-Anwendungen in fast allen Unternehmungen Einzug gehalten. So sind der Vertrieb über virtuelle Marktplätze oder Auktionen, das Online-Shopping vom heimischen PC oder der für Mitarbeiter weltweite Zugang zum gesamten Firmennetzwerk via Internet heute eine Selbstverständlichkeit. Die Ausschöpfung der E-Business-Potenziale scheint dabei allein vom technischen Fortschritt im Bereich der Informations- und Kommunikationstechniken bestimmt zu werden.

In jüngster Zeit rückt jedoch zunehmend ein anderer Aspekt in den Vordergrund – die Sicherheit im E-Business. Mit der zunehmenden Verbreitung der IuK-Techniken haben auch die Abhängigkeiten und Risiken durch ihren Einsatz deutlich zugenommen. Insbesondere die weltweite Vernetzung zwischen und innerhalb der Unternehmungen beinhaltet vielfältige und neuartige Risiken. Daneben ist Sicherheit ein integraler Bestandteil zahlreicher neuer Leistungen wie z. B. der digitalen Signaturen oder der digitalen Wasserzeichen. Die Schaffung von Sicherheit und Vertrauen in informationstechnische Systeme entwickelt sich zunehmend zu einem Erfolgsfaktor für E-Business-Anwendungen. Sicherheit im E-Business stellt dabei ein Querschnittsthema dar, das insbesondere technische, juristische und ökonomische Aspekte umfasst.

Der Forschungsbereich Sicherheit im E-Business am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik beschäftigt sich vor allem mit ökonomischen Analysen und organisatorischen Gestaltungsaufgaben. Hierzu gehören z. B. die Bewertung des Einsatzes von Sicherheitsmaßnahmen unter Kosten-Nutzen-Aspekten, der Aufbau von Organisationskonzepten für die Sicherheit der Informations- und Kommunikationssysteme oder die Gestaltung von Anwendungssystemen unter besonderer Berücksichtigung der Datensicherheit und insbesondere des Datenschutzes. Der Forschungsschwerpunkt stellt somit eine wichtige Ergänzung zu den Schwerpunkten Informationsmanagement und E-Commerce dar.

Um der hohen Bedeutung der Sicherheit für E-Business-Anwendungen Rechnung zu tragen, befindet sich an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft ein Institut für Sicherheit im E-Business (ISEB) in Gründung. An diesem Institut beteiligen sich neben dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik noch die Lehrstühle für Marketing, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Wirtschaftspolitik II, Finanzierung und Kreditwirtschaft, Produktionswirtschaft und Unternehmensforschung und Rechnungswesen. Neben Aktivitäten in Forschung und Lehre wird auch ein intensiver Austausch mit Unternehmungen und öffentlichen Institutionen angestrebt. Durch die Einbettung in das Horst Görtz Institut für Sicherheit in der Informationstechnik (HGI) an der Ruhr-Universität wird der Notwendigkeit einer interdisziplinären Sicherheitsforschung von Beginn an Rechnung getragen. Weitere Informationen sind im Internet zu finden (http://www.iseb.ruhr-uni-bochum.de).
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E-Learning — Aufbau und Einsatz von Lernsoftware

E-Learning erfreut sich momentan großer Popularität und wird als effiziente Lösung für das Problem des "Lebenslangen Lernens" angesehen. Innerhalb kurzer Zeit hat E-Learning Einzug in verschiedene Bereiche gehalten. An Schulen und Universitäten werden E-Learning-Formen zunehmend zur Unterstützung der Lehre eingesetzt und auch im privaten Bereich wird gerne auf Lernprogramme zurückgegriffen, wenn es darum geht, sich gezielt Wissen anzueignen.

E-Learning ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen elektronisch gestützten Lernens. Dazu gehören:

  • Lernprogramme in Form von WBT-Systemen (Web Based Training-Systeme), die per Internet, Intranet oder Extranet übertragen werden.
  • Lernprogramme in Form von CBT-Systemen (Computer Based Training-Systeme), die auf CD-ROM erhältlich sind.
  • Virtuelle Klassenräume bieten die Möglichkeit der synchronen Lehre, indem z.B. Vorlesungen live im Internet übertragen werden können.
  • Informations- und Kommunikationsplattformen wie z.B. das Softwareprodukt Blackboard dienen zur Unterstützung von Präsenzveranstaltungen.
In Zusammenarbeit mit dem Competence Center E-Commerce (CCEC) integriert der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik verschiedene E-Learning-Formen in die Lehre und arbeitet zukunftsorientiert im Bereich E-Learning:
  • E-Commerce / E-Learning-Praktika
    Zu abgegrenzten Themengebieten der New Economy werden in Gruppenarbeit CBTs und WBT’s entwickelt. Neben der inhaltlichen Aufbereitung liegt ein Schwerpunkt auf der didaktischen Gestaltung von Lernprogrammen.
  • Einsatz einer Informations- und Kommunikationsplattform
    Zur Unterstützung der Vorlesung Electronic Marketing und des E-Commerce-/E-Learning-Praktikums wird die Informations- und Kommunikationsplattform Blackboard eingesetzt.
  • E-Learning Projekt "New Economy"
    Gemeinsam mit fünf weiteren deutschen Universitäten werden unter dem Projektnamen "New Economy" ein Online-Curriculum und die dazugehörigen Lernmodule entwickelt und realisiert.
Das Projekt „New Economy“ wird vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) gefördert (Förderkennzeichen 08NM106E) und läuft vom 01.03.2001 bis 31.12.2003. Folgende Kooperationspartner nehmen an dem Projekt teil: Freie Universität Berlin; Technische Universität Berlin; Universität Trier; Bayrische Julius-Maximilians-Universität Würzburg; Ruhr-Universität Bochum; Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Im Rahmen des Projektes wird ein Online-Curriculum zum Thema "New Economy" entwickelt. Bei der Realisation der Lernmodule stehen didaktische Überlegungen im Mittelpunkt. Wie kann der gewünschte Lernerfolg erzielt werden? Wie kann der Lerner motiviert werden? Wie erreicht man eine größtmögliche Interaktivität? Dies sind nur einige Fragen, die bei der didaktischen Gestaltung von Lernprogrammen gelöst werden müssen. Zu den verschiedenen Zielgruppen des Online-Curriculums gehören unter anderem Studenten der Wirtschaftswissenschaft mit Diplom- oder MBA-Studiengang und Mitarbeiter von Unternehmen, die sich im Bereich New Economy weiterbilden möchten.

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Letzte Änderung: 26.10.2005 

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